Veröffentlicht am 17. April 2025 von Katja Müller in der Schweriner Volkszeitung
Rastower Achtklässler setzen Bäume für den Klimaschutz und lernen das Ökosystem Wald hautnah kennen
Mit leuchtend orangefarbenen Spatengriffen in der Hand und Gummistiefeln, die im frischen Waldboden versinken, stehen 18 Achtklässler der Dr.-Ernst-Alban-Schule Rastow am Rande eines Feldes bei Zachun. Noch vor wenigen Jahren wuchs hier auf dem ehemaligen Acker nichts als Getreide – heute entsteht ein klimastabiler Mischwald. Die Stimmung ist heiter, das Wetter mild und die Aufgabe gewaltig: 250 junge Bäume sollen an diesem Tag in die Erde gebracht werden.
Mit dem Projekt „Klimawaldpatenschaft im Zachuner Land“ haben die Schüler nicht nur zu Schaufel und Pflanzeimer gegriffen, sondern sich auch umfassendes Wissen über Wald, Klima und Biodiversität angeeignet. Initiiert wurde das Projekt von „Junge – Die Bäckerei“ in Zusammenarbeit mit dem Rastower Forst-, Holz- und Klimaschutzunternehmen der Familie Scharlaug.
Klimaschutz mit Herz, Hand und Heimat
Das Ziel des Projekts ist es, eine rund sieben Hektar große Fläche aus Kiefermonokultur und stillgelegtem Ackerland in einen widerstandsfähigen Mischwald mit hohem Laubbaumanteil zu verwandeln. „Dass ausgerechnet meine alte Schule heute mit anpackt, macht mich besonders stolz“, sagt Lesander Scharlaug, selbst ehemaliger Schüler der Dr.-Ernst-Alban-Schule. Gemeinsam mit seinem Vater, Ralf Egbert Scharlaug, begrüßte er die Jugendlichen auf der Fläche. Ein kleines Wald-Quiz bildete den Einstieg in den Aktionstag.
Nach dem Rätseln wurde fleißig gepflanzt: Während eine Gruppe unter Anleitung von Revierförster Sven Seifert und Forstanwärter Gregor Wacker durch den Wald geführt wurde, setzte die andere Gruppe Baum für Baum in den Boden – von Winterlinde und Vogelkirsche bis hin zu Esskastanie, Robinie und Schwarznuss. Anschließend wurden die Gruppen getauscht. Insgesamt wurden zwölf verschiedene Baumarten gepflanzt, alle sorgfältig ausgewählt mit Blick auf Klimastabilität und ökologische Vielfalt.
Ein Beitrag für mehr Biodiversität
Neben der Baumpflanzung streuten die Jugendlichen auf einer angrenzenden Streuobstwiese auch Blumensamen aus – ein kleiner Schritt für mehr Biodiversität und ein großes Naturerlebnis für junge Stadt- und Dorfbewohner. Für die passende Stärkung sorgte Junge – Die Bäckerei, die ein liebevoll angerichtetes Frühstück sowie Getränke und gut gefüllte Goodie-Bags für alle Beteiligten bereitstellte. Auch die Finanzierung des gesamten Tages übernahm das Unternehmen. „Solche Ausflüge sind heute schwerer denn je umzusetzen – hohe Transportkosten sind für viele Eltern kaum noch tragbar“, erklärte Schulleiterin Brita Splisteser. „Umso schöner, dass wir hier gemeinsam etwas bewirken konnten.“
Die Jugendlichen erlebten hautnah, wie ein gesunder Mischwald das Klima schützt, Lebensräume schafft und die Zukunft grüner gestalten kann. Ganz nebenbei erhielten sie auch Einblicke in mögliche Ausbildungsberufe im forstlichen Bereich. Und während die Wurzeln der jungen Bäume langsam Fuß fassen, keimen vielleicht auch bei dem einen oder anderen Schüler erste Gedanken an eine grüne Zukunft – mit Spaten, Gummistiefeln und einem nachhaltigen Berufsziel.