Aparte Schwergewichte helfen dem Klima

Handgefertigter Esstisch von lesander – pure furniture aus massivem Eichenholz.
Veröffentlicht am 3. August 2023 von Katja Müller in der Schweriner Volkszeitung

Der Rastower Lesander Scharlaug fertigt Tische aus regionalem Holz

Sie wachsen in den Himmel, werden nach vielen Jahrzehnten geerntet und landen dann teilweise im Feuer, verdünnisieren sich in Luft und Asche: Bäume. Doch manchem Stamm bleibt ein besserer Zweck vorbehalten. Er wird ein Stück vom Dach, ein Boden, auf dem es sich prima tanzen lässt, oder eben ein Möbelstück. Und genau das hat sich auch Lesander Scharlaug zu eigen gemacht. 

Seit mehr als 80 Jahren ist die Familie des jungen Rastowers in der Forstwirtschaft aktiv – lässt Bäume wachsen und fällt manche auch. Viele von ihnen landen dann in sogenannten Poltern, aufgestapelte Holzstämme an Waldwegen, bis sie weiterverarbeitet werden. „Manchmal verirrt sich ein besonders schöner Stamm in diese Stapel, der zu schade für die Bauholzproduktion ist. Und genau diesen führen wir einem besonderen Zweck zu“, sagt Lesander Scharlaug. Dieser besondere Zweck ist ein Möbelstück. 

Vorrangig sind es Tische, die der Kommunikationsdesigner und Ästhet selbst entworfen hat. Unter der Marke „lesander – pure furniture“ hat er eine komplette Kollektion in seinem neuen Wahl-Zuhause in Hamburg-Winterhude ausgearbeitet. Zeitlos schön, ohne Schnörkel und harte Kanten. Seine „Table Couture“ legt den Fokus auf massive Tische aus Eichenholz. Echte Schwergewichte für den Klimaschutz. „Wir haben uns bewusst für so massive Tische entschieden. Sie sollen langlebig sein, gern schwer verrückbar und über Generationen vererbt werden“, erklärt Lesander Scharlaug die Idee. So bringt beispielsweise ein Esstisch für sechs Personen mit einer Länge von 2,20 Metern und einem Meter Breite stolze 300 Kilogramm auf die Waage. „Wenn so ein Tisch im Raum steht, dann ist er der Mittelpunkt, das Zentrum. Genau das wollen wir“, so der Firmengründer. 

Mit „wir“ meint Lesander Scharlaug auch immer seinen Vater. Ralf-Egbert Scharlaug hat ein Forstunternehmen in Rastow und sorgt somit für den Rohstoff. Unterstützung bekommen Vater und Sohn bei der Fertigung von einem langjährigen Freund der Familie, einem Tischler aus Polen. „Ich habe niemanden kennengelernt, der sein Handwerk so gut beherrscht und mit so viel Liebe erfüllt wie Marek“, sagt Lesander Scharlaug. 

Wichtig ist beiden, dass das Holz aus der Region kommt. Es stammt aus den eigenen Wäldern und oft lässt sich sogar genau nachweisen, an welcher Stelle der Baum gewachsen ist. Jeder Tisch hat nicht nur eine Nummer, sondern wird auch mit einem Herkunftszertifikat verkauft. „Es geht um den Klimagedanken dahinter. Denn in so einem Baum ist reichlich Kohlenstoff gebunden. Wenn wir ihn zu einem Möbel verarbeiten lassen, dann bleibt dieser Kohlenstoff gebunden und das schont das Klima“, erläutert Ralf-Egbert Scharlaug. Eine halbe Tonne Kohlendioxid speichere allein der große Esstisch. „Bei einem Quadratmeter Wald sind es beispielsweise nur 30 Kilogramm. Man kann also etwas Gutes fürs Klima tun mit diesen Tischen und sie möglichst über viele Generationen weitergeben“, sagt der Rastower. 

In diesen Tagen haben er und sein Sohn die Idee, das Label und erste Tische der Öffentlichkeit präsentiert. In einem Hamburger Lagerhaus wurden erste Tische nicht nur bestaunt, sondern ebenso geordert. „Wir werden die Vermarktung zunächst im Online-Bereich belassen. Ein Ladengeschäft würde zu viel Kosten mit sich bringen. Wer sich für unsere Tische interessiert, kann nicht nur gern auf die Online-Seite lesander-furniture.de schauen und uns anschreiben, wir zeigen auch gern das Holz, was wir verarbeiten“, so der Jungunternehmer. 

Aktuell sind alle Entwürfe aus mecklenburgischer Eiche gefertigt. „Wir haben aber auch noch Holz von der Erle und Esche. Demnächst werden wir Birke aufschneiden und verarbeiten, wenn es denn gewünscht wird“, erklärt Ralf-Egbert Scharlaug. Jeder Tisch werde einzeln angefertigt und das nach Kundenwunsch bezüglich Größe und Fußart. Denn neben Holzfüßen gibt es Angebote aus Metall. Durchschnittlich 374 Stunden Arbeitszeit stecken in einem Tisch. „Da es keine Massenware ist, sondern jeder Tisch ein Unikat, brauchen wir etwa acht Wochen für die Produktion“, erläutert Lesander Scharlaug.

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